Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) – CombiJornada
Stand: 08.08.2026
Version: 1.0
Geltungsbereich: Art. 32 DSGVO, Art. 28 Abs. 3 lit. c DSGVO
1. Zutrittskontrolle
Maßnahmen zur Sicherstellung, dass nur befugte Personen physischen Zugang zu den Datenverarbeitungsanlagen erhalten:
- Rechenzentrum: Hosting bei Hetzner Online GmbH (Falkenstein, Deutschland). Das Rechenzentrum ist ISO 27001-zertifiziert.
- Physische Zugangskontrolle: Zutritt zum Rechenzentrum ausschließlich für autorisiertes Personal über mehrstufige Authentifizierung (Chipkarte + PIN/Biometrie).
- Videoüberwachung: 24/7-Videoüberwachung der Rechenzentrumsbereiche, Aufbewahrung der Aufzeichnungen gemäß gesetzlichen Vorgaben.
- Besucherprotokollierung: Alle Besucher werden registriert (Name, Unternehmen, Zeitpunkt, Begleitperson).
- Brand- und Einbruchschutz: Rauchmelder, Gaslöschanlage, Einbruchmeldeanlage mit Alarmweiterleitung an Sicherheitsdienst.
- Stromversorgung: Redundante Stromversorgung (USV + Diesel-Notstromaggregat) für mindestens 24 Stunden Autonomie.
- Klimatisierung: Redundante Klimatisierung mit Überwachung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Da flowgeist als SaaS-Anbieter die Infrastruktur bei Hetzner betreibt, obliegt die physische Zutrittskontrolle primär dem Rechenzentrumsbetreiber. flowgeist beschränkt den physischen Zugriff auf eigene Systeme auf autorisierte Mitarbeiter.
2. Zugriffskontrolle
Maßnahmen zur Sicherstellung, dass nur befugte Personen Zugang zu Datenverarbeitungssystemen erhalten und Daten verarbeiten können:
- Authentifizierung: NextAuth + JWT (JSON Web Tokens) für die Anwendungsebene. Passwörter werden als Hash (bcrypt/argon2) gespeichert, niemals im Klartext.
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): MFA ist optional verfügbar und wird für Administratoren empfohlen.
- Role-Based Access Control (RBAC): Rollenbasierte Zugriffskontrolle mit definierten Rollen (Administrator, HR-Personal, Mitarbeiter-Self-Service). Jede Rolle hat nur die für ihre Aufgaben notwendigen Berechtigungen (Least-Privilege-Prinzip).
- Zugriff auf Systemebene: SSH-Zugriff auf Server ausschließlich über SSH-Schlüssel (kein Passwort-Login). Zugriff nur für autorisierte Administratoren.
- Datenbankzugriff: PostgreSQL-Zugriff über authentifizierte Verbindungen mit separaten Datenbankbenutzern und rollenbasierten Berechtigungen.
- Redis-Zugriff: Redis-Zugriff über authentifizierte Verbindungen mit Passwortschutz und namensräumlicher Trennung.
- Zugriffsprotokollierung: Alle Zugriffe auf Systeme und Daten werden protokolliert (Login-Zeitpunkt, Benutzer, Aktion, IP-Adresse).
- Session-Management: JWT-basierte Sessions mit festgelegter Gültigkeitsdauer und automatischem Timeout bei Inaktivität.
- Passwortrichtlinie: Mindestlänge 12 Zeichen, Anforderungen an Komplexität (Groß-/Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen), Sperrung nach wiederholten Fehlversuchen.
3. Übertragungskontrolle
Maßnahmen zur Sicherstellung, dass personenbezogene Daten bei elektronischer Übertragung nicht unbefugt gelesen, kopiert, verändert oder entfernt werden können:
- Transportverschlüsselung: TLS 1.3 für alle Datenübertragungen (HTTPS für Web-Traffic, TLS für Datenbankverbindungen, TLS für Redis-Verbindungen).
- HSTS (HTTP Strict Transport Security): Aktiviert, um sicherzustellen, dass Verbindungen ausschließlich über HTTPS erfolgen. HSTS mit
includeSubDomains und preload.
- Zertifikate: Let’s Encrypt TLS-Zertifikate mit automatischer Erneuerung (90-Tage-Zertifikate).
- Forward Secrecy: TLS-Konfiguration mit Perfect Forward Secrecy (ECDHE), sodass aufgezeichnete Verbindungen nicht nachträglich entschlüsselt werden können.
- Interne Kommunikation: Verschlüsselte Verbindungen zwischen allen internen Komponenten (Web-Server, Datenbank, Redis, AWS S3).
- API-Sicherheit: Alle API-Endpunkte erfordern Authentifizierung (JWT) und sind ausschließlich über HTTPS erreichbar.
- S3-Übertragung: Datenübertragung zu AWS S3 erfolgt ausschließlich über HTTPS (TLS).
4. Eingabekontrolle
Maßnahmen zur Sicherstellung, dass nachträglich überprüft werden kann, ob und von wem personenbezogene Daten in Datenverarbeitungssysteme eingegeben, verändert oder entfernt worden sind:
- Audit-Trail: Protokollierung aller sicherheitsrelevanten Aktionen in der CombiJornada-Plattform:
- Login-/Logout-Ereignisse (Zeitpunkt, Benutzer, IP-Adresse)
- Erstellung, Änderung und Löschung von Arbeitszeitdaten
- Änderungen an Schicht- und Dienstplänen
- Genehmigungs-/Ablehnungsaktionen bei Urlaubsanträgen
- Änderungen an Benutzerrollen und Berechtigungen
- Export- und Report-Aktionen
- WORM-Logs (Write Once, Read Many): Audit-Logs werden in einem WORM-Format gespeichert, das nachträgliches Modifizieren oder Löschen einzelner Einträge verhindert.
- Unveränderlichkeit: Audit-Logs sind vor Manipulation geschützt durch kryptographische Verfahren (Hash-Verkettung).
- Protokollierung von Administrationsaktionen: Alle administrativen Aktionen (Benutzerverwaltung, Konfigurationsänderungen) werden protokolliert.
- Aufbewahrung der Audit-Logs: 3 Jahre Aufbewahrungsfrist für Audit-Logs.
5. Auftragskontrolle
Maßnahmen zur Sicherstellung, dass personenbezogene Daten, die im Auftrag verarbeitet werden, nur entsprechend den Weisungen des Verantwortlichen verarbeitet werden:
- Weisungsbindung: Alle Mitarbeiter von flowgeist, die mit der Verarbeitung personenbezogener Daten betraut sind, unterliegen der Weisungsbindung gemäß Art. 28 Abs. 3 lit. a DSGVO.
- Vertragliche Regelungen: AVV mit allen Unter-Auftragsverarbeitern (Hetzner, Stripe, AWS S3) gemäß Art. 28 Abs. 4 DSGVO.
- Technische Trennung: Daten verschiedener Kunden (Tenants) werden technisch getrennt (Multi-Tenant-Isolation, siehe Trennungskontrolle).
- Datenverarbeitungsregister: Führung eines Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten gemäß Art. 30 DSGVO.
- Schulung: Regelmäßige Schulung der Mitarbeiter zu Datenschutz und Informationssicherheit.
- Unter-Auftragsverarbeiter-Kontrolle: Regelmäßige Überprüfung der Unter-Auftragsverarbeiter auf Einhaltung der AVV-Vorgaben.
6. Verfügbarkeitskontrolle
Maßnahmen zur Sicherstellung, dass personenbezogene Daten vor zufälliger Zerstörung oder Verlust geschützt sind:
- Tägliche Backups: Tägliche automatische Backups der PostgreSQL-Datenbank. Backups werden verschlüsselt (AES-256) gespeichert.
- Backup-Aufbewahrung: Backups werden nach einer definierten Retentions-Policy aufbewahrt (täglich: 7 Tage, wöchentlich: 4 Wochen, monatlich: 12 Monate).
- Redis Cache: Redis wird als Cache eingesetzt. Redis-Daten sind reproduzierbar aus der PostgreSQL-Datenbank und daher nicht kritisch für die Datenintegrität.
- Backup-Prüfung: Regelmäßige Überprüfung der Backup-Integrität (Restore-Tests in quartälem Abstand).
- Redundanz: Redundante Systemarchitektur mit automatischem Failover bei Ausfall einzelner Komponenten.
- Monitoring: 24/7-Monitoring der Systemverfügbarkeit mit automatischen Alarmierungen bei Störungen.
- Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery): Dokumentiertes Disaster-Recovery-Verfahren mit definiertem Recovery Point Objective (RPO ≤ 24h) und Recovery Time Objective (RTO ≤ 4h).
- AWS S3-Verfügbarkeit: AWS S3 bietet eine eingebaute Redundanz (99.999999999% / 11x9 Datenbeständigkeit) und Versionierung.
- Strom- und Netzwerkredundanz: Redundante Stromversorgung und Netzwerkanbindungen im Rechenzentrum.
7. Trennungskontrolle
Maßnahmen zur Sicherstellung, dass zu unterschiedlichen Zwecken erhobene Daten getrennt verarbeitet werden:
- Multi-Tenant-Architektur: Die CombiJornada-Plattform implementiert eine strikte Multi-Tenant-Isolation. Daten verschiedener Kunden (Tenants) werden logisch und technisch getrennt.
- Datenbank-Isolation: PostgreSQL-Row-Level-Security und Tenant-ID-basierte Filterung stellen sicher, dass ein Tenant keine Daten eines anderen Tenants einsehen kann.
- Redis-Namespace-Isolation: Redis-Caches nutzen namensräumliche Trennung (Namespace-Prefixing pro Tenant), um eine Vermischung von Cache-Daten zwischen Tenants auszuschließen.
- AWS S3-Trennung: Datei-Storage in AWS S3 erfolgt mit Tenant-spezifischen Bucket-Prefixen und Bucket-Policies, die den Zugriff auf den jeweiligen Tenant einschränken.
- Rollenbasierte Datenzugriffe: Innerhalb eines Tenants werden Datenzugriffe über RBAC gesteuert (z. B. Mitarbeiter sehen nur eigene Arbeitszeitdaten, HR-Personal sieht alle).
- Trennung von Produktions- und Entwicklungsumgebung: Strikte Trennung von Produktions-, Staging- und Entwicklungsumgebungen. Keine personenbezogenen Daten in Entwicklungs- oder Testumgebungen.
- Log-Trennung: Audit-Logs werden getrennt von Anwendungsdaten gespeichert und sind nur für autorisierte Administratoren zugänglich.
8. Verschlüsselung
Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten durch Verschlüsselung:
- Datenbank-Verschlüsselung (at-rest): PostgreSQL-Datenbank mit AES-256-Verschlüsselung auf Datenträgerebene (LUKS / Hetzner Volume Encryption).
- Transportverschlüsselung (in-transit): TLS 1.3 für alle Datenübertragungen (siehe Übertragungskontrolle).
- AWS S3 server-side encryption: Alle in AWS S3 gespeicherten Objekte werden serverseitig verschlüsselt (SSE-S3, AES-256).
- Passwort-Hashing: Passwörter werden mit bcrypt/argon2 gehasht (mit Salt und ausreichendem Cost-Factor). Keine Klartext-Speicherung.
- JWT-Signierung: JSON Web Tokens werden kryptographisch signiert (HMAC-SHA256 oder RS256), um Manipulation zu verhindern.
- Backup-Verschlüsselung: Alle Backups werden mit AES-256 verschlüsselt.
- Redis-Verschlüsselung: Redis-Verbindungen werden über TLS verschlüsselt.
- Schlüsselverwaltung: Kryptographische Schlüssel werden sicher verwaltet (separate Speicherung, Zugriffsbeschränkung, regelmäßige Rotation).
9. Pseudonymisierung
Maßnahmen zur Pseudonymisierung personenbezogener Daten:
- Tenant-IDs: Daten werden über Tenant-IDs pseudonymisiert zugeordnet, sodass eine direkte Zuordnung zu einem Kunden nur mit zusätzlichen Informationen möglich ist.
- User-IDs: Interne Benutzerkennungen (UUIDs) werden anstelle von Klartext-Namen in Logs und Caches verwendet, wo immer dies technisch möglich ist.
- Audit-Logs: In Audit-Logs werden, soweit möglich, pseudonymisierte Identifikatoren verwendet. Die Zuordnungstabelle ist separat und zugriffsgeschützt gespeichert.
- Reporting: In aggregierten Reports werden Daten pseudonymisiert dargestellten, wo dies für den Zweck ausreicht.
- Einschränkung: Aufgrund der Natur der Plattform (Arbeitszeit- und Schichtplanung) ist eine vollständige Pseudonymisierung nicht möglich, da die Zuordnung von Arbeitszeiten zu konkreten Mitarbeitern funktional erforderlich ist (Art. 34 Estatuto de los Trabajadores).
10. Regelmäßige Überprüfung
Maßnahmen zur regelmäßigen Überprüfung und Bewertung der Wirksamkeit der TOMs:
- Überprüfungsintervall: Die TOMs werden mindestens jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst.
- Security Audits: Regelmäßige Sicherheits-Audits der Plattform (mindestens jährlich), inkl. Penetration Testing durch externe Dienstleister.
- Verletzungsmanagement: Dokumentiertes Verfahren zum Umgang mit Sicherheitsverletzungen (Incident Response Plan) mit definierten Eskalationsstufen und Meldepflichten.
- Schwachstellenmanagement: Kontinuierliches Monitoring von Sicherheitslücken (CVE-Datenbanken) und zeitnahe Installation von Sicherheits-Updates.
- Patch-Management: Automatisierte und manuelle Patch-Prozesse für Betriebssystem, Laufzeitumgebung (Next.js 15, React 19, Node.js) und Abhängigkeiten.
- Abhängigkeitsprüfung: Regelmäßige Überprüfung von npm-Abhängigkeiten auf bekannte Schwachstellen (npm audit / Dependabot).
- Mitarbeiterschulung: Jährliche Schulung aller Mitarbeiter zu Datenschutz (DSGVO, LOPDGDD) und Informationssicherheit.
- Zertifizierung: Streben nach ISO 27001-Zertifizierung; Hetzner-Rechenzentrum bereits ISO 27001-zertifiziert.
- Dokumentation: Alle Überprüfungen und Audits werden dokumentiert und der Aufsichtsbehörde auf Anfrage zur Verfügung gestellt.
11. Unter-Auftragsverarbeiter
Die folgenden Unter-Auftragsverarbeiter werden im Rahmen der CombiJornada-Plattform eingesetzt:
| Unter-Auftragsverarbeiter | Sitz | Leistung | Drittstaaten-Transfer | Schutzmaßnahmen |
|---|
| Hetzner Online GmbH | Deutschland (Falkenstein) | Hosting, PostgreSQL 16, Redis, Backup | Keine (EU) | ISO 27001-zertifiziertes Rechenzentrum, AVV |
| Stripe Payments Europe, Ltd. | Irland (IE) / USA (US-Konzernmutter) | Zahlungsabwicklung | EU-US DPF + SCC | AVV, EU-US Data Privacy Framework, SCC |
| AWS S3 (Amazon Web Services, Inc.) | USA / EU | Datei-Storage (Dokumente, PDFs) | EU-US DPF + SCC | AVV, EU-US Data Privacy Framework, SCC, SSE-S3 |
Mit allen Unter-Auftragsverarbeitern sind AVV-Vereinbarungen gemäß Art. 28 Abs. 4 DSGVO abgeschlossen. Die Unter-Auftragsverarbeiter werden regelmäßig auf Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben überprüft.
12. AWS S3 Besonderheiten
Die Nutzung von AWS S3 für Datei-Storage erfordert besondere Schutzmaßnahmen aufgrund der Drittstaaten-Übermittlung (USA):
-
Server-side encryption (SSE-S3, AES-256): Alle in AWS S3 gespeicherten Objekte werden serverseitig verschlüsselt (SSE-S3 mit AES-256). Die Verschlüsselung ist standardmäßig für alle Buckets aktiviert und kann nicht deaktiviert werden.
-
Bucket-Policies mit Least Privilege: Zugriff auf S3-Buckets erfolgt nach dem Least-Privilege-Prinzip. Bucket-Policies und IAM-Richtlinien sind so konfiguriert, dass nur autorisierte Services und Benutzer auf die jeweiligen Buckets zugreifen können. Der öffentliche Zugriff (Block Public Access) ist für alle Buckets blockiert.
-
Region-Konfiguration: Bevorzugt wird die AWS-Region eu-central-1 (Frankfurt, Deutschland) für die Speicherung von Daten, um die Datenverarbeitung innerhalb der EU zu gewährleisten. US-Regionen werden nur bei konkretem Bedarf (z. B. für spezifische Services) genutzt. In solchen Fällen erfolgt die Übermittlung auf Grundlage des EU-US Data Privacy Framework (DPF) und der Standardvertragsklauseln (SCC).
-
Access Logging aktiviert: S3-Access-Logging ist für alle Buckets aktiviert. Alle Zugriffe (Lesen, Schreiben, Löschen) auf S3-Objekte werden protokolliert. Die Access-Logs werden in separaten, zugriffsgeschützten Logging-Buckets gespeichert.
-
Versionierung: S3-Bucket-Versionierung ist aktiviert, um versehentliches Löschen oder Überschreiben von Objekten zu verhindern. Gelöschte Objekte können wiederhergestellt werden.
-
Lifecycle-Richtlinien: Definierte Lifecycle-Richtlinien steuern die automatische Löschung oder Archivierung von Objekten nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen.
-
Transfer-Impact-Assessment (TIA): Für die Nutzung von AWS S3 in US-Regionen wurde eine TIA gemäß Art. 46 DSGVO durchgeführt. Die TIA wird mindestens jährlich aktualisiert und bei Änderungen der Rechtslage (insbesondere des EU-US Data Privacy Framework) überprüft.
-
Datenminimierung: Es werden nur die für den jeweiligen Zweck notwendigen Dateien in AWS S3 gespeichert. Personenbezogene Daten in Dokumenten (z. B. Arbeitsverträge) werden nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen automatisch gelöscht.
13. Änderungshistorie
| Version | Datum | Wesentliche Änderungen |
|---|
| 1.0 | 08.08.2026 | Erstfassung der TOMs für CombiJornada |